Außen leicht goldbraun, innen locker und mit Zitronenguss oder Schokolade verziert: Ein klassisches Amerikaner-Rezept gehört zu den unkompliziertesten Backideen der deutschen Kaffeetafel. Ich zeige, wie der feste Rührteig gelingt, warum die flache Unterseite glasiert wird und welche kleinen Kniffe verhindern, dass das Gebäck trocken oder zu flach wird.
Mit diesen Eckdaten gelingen lockere Amerikaner
- 12 Stück aus einem einfachen Rührteig
- 180 °C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft
- 15 bis 20 Minuten Backzeit, abhängig von der Größe
- Die Glasur kommt auf die flache Unterseite
- Für Saftigkeit sorgt ein nicht zu weicher Teig

Das klassische Rezept für lockere Amerikaner
Amerikaner sind kleine, flache Gebäcke aus einem relativ festen Rührteig. Sie haben mit amerikanischen Cookies wenig gemeinsam und gehören in Deutschland seit Langem zum Sortiment von Bäckereien und Konditoreien. Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig geklärt, häufig wird sie jedoch mit früher verwendeten Backtriebmitteln wie Hirschhornsalz in Verbindung gebracht.
Zutaten für etwa 10 bis 12 Stück
- 100 g weiche Butter
- 75 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 2 Eier, Größe M
- 250 g Weizenmehl, Type 405
- 3 gestrichene Teelöffel Backpulver
- 80 bis 100 ml Milch
- etwas Milch zum Bestreichen
Für den Guss
- 200 g Puderzucker
- 2 bis 3 Esslöffel Zitronensaft oder Wasser
- 100 bis 150 g Zartbitterschokolade oder Kuvertüre nach Wunsch
Zubereitung
- Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
- Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz mehrere Minuten cremig rühren. Die Eier einzeln unterarbeiten.
- Mehl und Backpulver mischen. Die Mischung abwechselnd mit der Milch kurz unter den Teig rühren. Der Teig soll weich, aber formstabil sein und nicht vom Löffel laufen.
- Mit zwei Esslöffeln zehn bis zwölf runde Teighäufchen auf das Blech setzen. Zwischen den Portionen mindestens fünf Zentimeter Abstand lassen.
- Die Oberfläche vorsichtig mit etwas Milch bestreichen. Die Amerikaner je nach Größe 15 bis 20 Minuten backen, bis sie hellgolden sind.
- Das Gebäck einige Minuten auf dem Blech abkühlen lassen und anschließend auf ein Kuchengitter setzen.
- Für den Zuckerguss Puderzucker mit Zitronensaft oder Wasser zu einer dickflüssigen Masse verrühren. Die glatte Unterseite der ausgekühlten Amerikaner bestreichen.
- Für die Schokoladenseite die Kuvertüre langsam schmelzen und ebenfalls auf der flachen Unterseite verteilen. Anschließend den Guss trocknen lassen.
Ich backe die Portionen lieber etwas kleiner, als sie zu dicht auf das Blech zu setzen. Amerikaner laufen beim Backen noch auseinander, und zu wenig Abstand ist einer der häufigsten Gründe für zusammengewachsene Stücke.
So bekommt der Teig die richtige Konsistenz
Der Teig darf nicht so flüssig sein wie ein gewöhnlicher Rührkuchen. Er sollte sich mit zwei Löffeln portionieren lassen und dabei eine deutliche Form behalten. Ist er zu fest, werden die Amerikaner kompakt. Ist er zu weich, laufen sie breit und verlieren ihre typische Höhe.
Die genaue Milchmenge hängt von der Größe der Eier und der Beschaffenheit des Mehls ab. Deshalb gebe ich zunächst 80 ml Milch dazu und arbeite den Rest nur ein, wenn der Teig noch zu schwer wirkt. Dieses vorsichtige Nachjustieren macht in der Praxis mehr aus als langes Rühren.
Warum die Butter weich sein sollte
Weiche Butter verbindet sich besser mit Zucker und Eiern. Kalte Butter hinterlässt kleine Stückchen, während geschmolzene Butter den Teig schnell zu weich macht. Ideal ist Butter, die sich mit dem Finger eindrücken lässt, aber noch nicht glänzend oder flüssig ist.
Backpulver nicht überdosieren
Drei gestrichene Teelöffel auf 250 g Mehl lockern die Masse ausreichend. Mehr Backpulver lässt das Gebäck nicht automatisch luftiger werden. Im Gegenteil, ein zu hoher Anteil kann einen leicht bitteren Geschmack und eine ungleichmäßige Oberfläche verursachen.
Glasur, Schokolade und andere Varianten
Die flache Unterseite ist nicht nur praktisch zum Verzieren. Sie bleibt beim Backen glatt und nimmt den Guss besonders gleichmäßig auf. Für mich gehört ein dünner Zitronenzuckerguss zur klassischen Version, weil seine Säure die Süße des Teigs ausbalanciert.
| Variante | So wird sie zubereitet | Passt besonders gut zu |
|---|---|---|
| Zitronenguss | Puderzucker mit Zitronensaft verrühren | Kaffeetafel und klassischem Gebäck |
| Schokoladenguss | Zartbitterschokolade oder Kuvertüre schmelzen | Kindern und Schokoladenliebhabern |
| Halb und halb | Eine Hälfte mit Zuckerguss, die andere mit Schokolade bestreichen | Einer gemischten Gebäckteller-Auswahl |
| Orangenguss | Puderzucker mit Orangensaft und etwas Schale mischen | Herbstlichen und festlichen Varianten |
Für Geburtstage streue ich direkt nach dem Glasieren bunte Zuckerstreusel auf die noch feuchte Oberfläche. Kokosraspeln, gehackte Mandeln oder Pistazien funktionieren ebenfalls, sollten aber sparsam eingesetzt werden, damit der feine Rührteig nicht überdeckt wird.
Eine aromatische Abwandlung
Mit etwas abgeriebener Zitronen- oder Orangenschale bekommt das Gebäck mehr Tiefe, ohne dass sich das Grundrezept verändert. Auch ein halber Teelöffel Zimt passt gut in die Herbst- und Winterzeit. Flüssige Aromen wie Rum oder Vanilleextrakt sollten sparsam dosiert werden, weil zusätzliche Flüssigkeit die Teigkonsistenz verändert.
Typische Fehler beim Backen vermeiden
Die Amerikaner laufen auseinander
Meist ist der Teig zu weich oder das Backblech noch warm. Der Teig sollte relativ fest sein, und jede neue Portion gehört auf ein kaltes, mit Backpapier belegtes Blech. Wird nur ein Blech verwendet, muss es zwischen den Durchgängen vollständig abkühlen.
Das Gebäck wird trocken
Amerikaner trocknen vor allem durch zu langes Backen aus. Die Oberfläche darf hell bleiben, während der Boden leicht goldbraun wird. Ein Holzstäbchen muss nicht vollkommen trocken herauskommen, denn die Restwärme festigt die Krume noch nach dem Herausnehmen.
Die Glasur wird zu dünn
Für einen deckenden Guss muss die Masse deutlich dickflüssiger als Wasser sein. Ist sie zu flüssig, rühre ich esslöffelweise weiteren Puderzucker ein. Zu fester Guss lässt sich dagegen mit wenigen Tropfen Zitronensaft oder Wasser korrigieren.
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Die Unterseite klebt am Backpapier
Das passiert häufig, wenn das Gebäck noch sehr warm gelöst wird. Nach etwa fünf Minuten lässt es sich meist problemlos auf ein Kuchengitter setzen. Bei sehr weichen Amerikanern hilft es, das Backpapier kurz über die Kante der Arbeitsfläche zu ziehen und die Stücke vorsichtig mit einem flachen Pfannenwender zu lösen.
Aufbewahrung und der beste Zeitpunkt zum Servieren
Frisch schmecken Amerikaner am besten, wenn der Guss gerade fest geworden ist und die Krume noch weich ist. In einer gut schließenden Dose bleiben sie etwa zwei bis drei Tage angenehm saftig. Zwischen die Schichten lege ich Backpapier, damit die Glasur nicht aneinanderklebt.
Im Kühlschrank würde ich sie nur aufbewahren, wenn der Raum sehr warm ist. Die Kälte kann den Rührteig fester und trockener wirken lassen. Eingefroren werden die ungeglasenen Amerikaner bis zu drei Monate, während der Guss nach dem Auftauen meist etwas an Glanz verliert.
Für eine Kaffeetafel backe ich sie deshalb am liebsten am Vorabend und glasiere sie am nächsten Morgen. So sind sie gut durchgezogen, bleiben aber noch deutlich weicher als industriell verpacktes Gebäck.
Was dieses einfache Gebäck besonders zuverlässig macht
Das Grundprinzip ist unkompliziert: ein fester Rührteig, ausreichend Abstand auf dem Blech, kurze Backzeit und eine Glasur auf der glatten Seite. Wer die Milch nicht auf einmal zugibt und die Amerikaner nicht zu dunkel backt, hat bereits die wichtigsten Fehlerquellen im Griff.
Für den ersten Versuch würde ich die klassische Zitronenglasur wählen. Sie zeigt am deutlichsten, ob der Teig locker und saftig geworden ist, und lässt sich später jederzeit durch Schokolade, Orangenguss oder bunte Dekoration ergänzen.