Wer Butterschmalz selber machen möchte, braucht kaum mehr als Butter, einen Topf und etwas Geduld. Beim langsamen Erhitzen trennt sich das reine Butterfett von Wasser und Milcheiweiß, wodurch ein aromatisches Bratfett mit hoher Hitzetoleranz entsteht. Ich zeige dir, wie die Herstellung zuverlässig gelingt, woran du den richtigen Zeitpunkt erkennst und wie du das fertige Butterschmalz sicher aufbewahrst.
Mit wenigen Schritten zu aromatischem Butterfett
- 500 g Butter ergeben etwa 400 g Butterschmalz.
- Die Butter bei kleiner bis mittlerer Hitze langsam schmelzen und klären.
- Fertig ist das Fett, wenn es klar goldgelb ist und kaum noch blubbert.
- Milchbestandteile mit einem feinen Sieb oder Tuch gründlich herausfiltern.
- Im Kühlschrank hält sich selbst gemachtes Butterschmalz meist mehrere Monate.
Was Butterschmalz besonders macht
Butterschmalz ist im Grunde reines Butterfett. Beim Erhitzen verdampft das Wasser aus der Butter, während sich Milcheiweiß und Milchzucker absetzen. Übrig bleibt ein klares, goldgelbes Fett mit einem angenehm buttrigen Geschmack.
Der große praktische Vorteil liegt in der höheren Hitzestabilität. Normale Butter beginnt durch ihre Wasser- und Eiweißbestandteile vergleichsweise schnell zu bräunen, während Butterschmalz sich gut zum Braten, Schmoren und Ausbacken eignet. Genau deshalb passt es so gut zu Schnitzel, Bratkartoffeln oder Reibekuchen.
Für die Herstellung verwende ich am liebsten ungesalzene Butter. Gesalzene Butter funktioniert zwar ebenfalls, kann aber den Geschmack des fertigen Fetts verändern und ist für süße Speisen weniger vielseitig. Aus 500 g Butter entstehen je nach Wassergehalt ungefähr 380 bis 420 g Butterschmalz.
Die einfache Herstellung im Topf

Das brauchst du
- 500 g ungesalzene Butter
- einen kleinen oder mittelgroßen Topf mit dickem Boden
- eine Schaumkelle oder einen Löffel
- ein feines Sieb, Passiertuch oder sauberes Baumwolltuch
- ein trockenes, sauberes Schraubglas
So gehst du vor
- Die Butter in Stücke schneiden und bei niedriger Temperatur langsam schmelzen lassen.
- Sobald sie vollständig flüssig ist, die Hitze leicht erhöhen, bis die Butter sanft köchelt.
- Auf der Oberfläche bildet sich Schaum. Diesen vorsichtig abschöpfen, ohne die Flüssigkeit kräftig umzurühren.
- Das Fett weiter erhitzen, bis die Bläschen deutlich weniger werden und sich am Topfboden feste, helle bis goldbraune Bestandteile sammeln.
- Den Topf vom Herd nehmen und das klare Fett kurz abkühlen lassen.
- Das Butterschmalz durch ein feines Sieb oder Tuch in ein trockenes Glas gießen.
Je nach Menge dauert der Vorgang meist 15 bis 30 Minuten. Die genaue Zeit ist weniger wichtig als das Erscheinungsbild. Die Butter soll ruhig köcheln, aber nicht stark spritzen oder rauchen. Zu hohe Hitze bringt keinen Zeitvorteil, erhöht aber das Risiko, dass die Milchbestandteile verbrennen.
Woran du den richtigen Zeitpunkt erkennst
Am Anfang ist die geschmolzene Butter trüb und schäumt stark. Das liegt am Wasser, das verdampft, und an den Eiweißbestandteilen, die sich lösen. Mit fortschreitender Klärung wird die Flüssigkeit durchsichtig und goldgelb.
Ein leises Blubbern ist zunächst normal. Wenn kaum noch Dampf aufsteigt und die Bläschen deutlich nachlassen, ist das Wasser weitgehend entfernt. Am Boden dürfen sich feste Rückstände sammeln, sie sollten aber nicht dunkelbraun oder schwarz werden.
Ich nehme den Topf lieber etwas früher vom Herd und lasse die Restwärme arbeiten. Das ist sicherer, denn das Fett bleibt noch eine Weile heiß. Ein leicht nussiger Duft ist angenehm, ein stechender oder verbrannter Geruch zeigt, dass die Hitze zu hoch war.
| Beobachtung | Bedeutung |
|---|---|
| Starker Schaum und trübe Flüssigkeit | Das Wasser ist noch nicht vollständig verdampft. |
| Klare, goldgelbe Flüssigkeit | Das Butterfett ist weitgehend geklärt. |
| Helle Rückstände am Topfboden | Milchbestandteile haben sich abgesetzt. |
| Sehr dunkle Rückstände oder Rauch | Die Hitze war zu hoch oder die Butter wurde zu lange erhitzt. |
Filtern und richtig aufbewahren
Das Filtern entscheidet maßgeblich über Geschmack und Haltbarkeit. Gieße das Fett langsam durch ein sehr feines Sieb. Für besonders klares Butterschmalz eignet sich ein mit einem sauberen Baumwolltuch ausgelegtes Sieb. Die festen Rückstände sollten nicht ins Glas gelangen.
Das Glas muss trocken und sauber sein. Schon kleine Mengen Wasser oder Speisereste können die Haltbarkeit verkürzen. Nach dem Einfüllen lässt du das Fett offen abkühlen, verschließt es anschließend und stellst es in den Kühlschrank.
Gekühlt hält sich selbst gemachtes Butterschmalz bei sauberer Verarbeitung oft etwa drei bis sechs Monate. Manche Angaben nennen eine längere Lagerdauer, doch bei hausgemachten Vorräten entscheidet die Hygiene stärker als ein pauschales Datum. Riecht das Fett ranzig, schmeckt bitter oder zeigt auffällige Veränderungen, sollte es nicht mehr verwendet werden.
Bei Zimmertemperatur bleibt es streichfähig und lässt sich sofort portionieren. Für eine möglichst sichere Vorratshaltung empfehle ich trotzdem den Kühlschrank. Entnimm das Fett immer mit einem sauberen, trockenen Löffel.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Zu hohe Temperatur
Starkes Kochen beschleunigt die Herstellung kaum. Es kann aber dazu führen, dass die Milcheiweiße am Boden verbrennen, bevor das Wasser vollständig verdampft ist. Eine ruhige Hitze und ein Topf mit dickem Boden geben dir deutlich mehr Kontrolle.
Zu wenig Geduld beim Filtern
Ein grobes Küchensieb hält die feinen Rückstände oft nicht zurück. Dadurch kann das Butterschmalz trüb werden oder schneller verderben. Ein Passiertuch, Kaffeefilter oder sehr feines Sieb macht hier einen spürbaren Unterschied.
Feuchtigkeit im Vorratsglas
Ein Glas direkt nach dem Spülen zu verwenden, ist riskant, wenn sich noch Tropfen darin befinden. Trockne es vollständig aus und verschließe es erst, wenn kein Kondenswasser mehr am Deckel steht.
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Ghee und Butterschmalz gleich behandeln
Beide Produkte beruhen auf geklärtem Butterfett, werden aber nicht immer gleich hergestellt. Bei Ghee lässt man die Milchbestandteile häufig etwas länger rösten, wodurch ein nussigeres Aroma entsteht. Für klassisches Butterschmalz aus der deutschen Küche bleibt das Fett meist heller und milder.
So verwendest du das fertige Butterschmalz
Butterschmalz eignet sich überall dort, wo Buttergeschmack und hohe Brattemperatur zusammenkommen sollen. Für ein Schnitzel sorgt es für eine kräftige, gleichmäßige Bräunung. Bratkartoffeln werden aromatisch, ohne dass das Fett so schnell schäumt wie normale Butter.
- Bratkartoffeln und Röstgemüse profitieren vom buttrigen Geschmack und der guten Hitzestabilität.
- Schnitzel und Reibekuchen lassen sich darin besonders gut ausbacken.
- Hefeteige und Mürbeteig können mit Butterschmalz zubereitet werden, schmecken dann aber etwas anders als mit Butter.
- Saucen und Gemüse bekommen bereits mit einem kleinen Löffel mehr Tiefe.
Für kalte Brotaufstriche ist es weniger geeignet, weil es im Kühlschrank fest wird und nicht die cremige Konsistenz von Butter hat. Auch für sehr feine Gebäcke bleibe ich oft bei Butter, da sie zusätzlich Wasser enthält und dadurch die Teigstruktur beeinflusst.
| Fett | Stärke | Besonders geeignet für |
|---|---|---|
| Butter | cremiger Geschmack, Wasseranteil | Backen, Aufstriche, Saucen |
| Butterschmalz | buttriges Aroma, hohe Hitzestabilität | Braten, Schmoren, Ausbacken |
| Raffiniertes Pflanzenöl | neutraler Geschmack | hohe Temperaturen und neutrale Gerichte |
Ein kleines Glas lohnt sich besonders
Die Herstellung ist dann sinnvoll, wenn du Butter ohnehin im Haus hast oder regelmäßig mit dem Fett brätst. Du wandelst ein empfindlicheres Produkt in einen vielseitigen Vorrat um und kannst selbst bestimmen, wie hell oder nussig das Aroma wird.
Mein wichtigster Rat bleibt schlicht: langsam erhitzen, sauber filtern und trocken lagern. Wer diese drei Punkte beachtet, erhält mit wenig Aufwand ein hausgemachtes Butterschmalz, das in der deutschen Küche vom Sonntagsbraten bis zur knusprigen Bratkartoffel zuverlässig gute Dienste leistet.