Kohlrabi grillen gelingt erstaunlich einfach, wenn die Knolle nicht zu dick geschnitten wird und genügend Zeit zum Weichwerden bekommt. Ich zeige dir, wie du Kohlrabi vorbereitest, welche Grillmethode für knackige oder zarte Scheiben passt, wie eine gute Marinade gelingt und woran du den richtigen Garpunkt erkennst.
So wird Kohlrabi auf dem Grill zart und aromatisch
- Schnittstärke von etwa 1 bis 1,5 cm sorgt für gleichmäßiges Garen.
- Direkte Hitze bei 200 bis 220 °C bringt kräftige Grillstreifen und Röstaromen.
- Für besonders zarte Scheiben den Kohlrabi vorher 4 bis 5 Minuten blanchieren.
- Die Marinade erst nach dem Trocknen auftragen, sonst haftet sie schlecht und tropft in die Glut.
- Ein einfacher Test mit einem Messer zeigt, ob das Gemüse gar, aber noch leicht bissfest ist.

Die richtige Knolle entscheidet über den Geschmack
Ich greife am liebsten zu kleinen bis mittelgroßen Kohlrabi. Sie sind meist zarter und haben weniger holzige Stellen als sehr große Exemplare. Die Knolle sollte fest sein, die Schale glatt und die Blätter frisch wirken.
Schneide zuerst Blätter und Wurzelansatz ab. Junge Kohlrabi müssen nur dünn geschält werden, bei älteren Knollen entferne ich die Schale großzügiger, weil sie beim Grillen zäh bleiben kann. Danach schneide ich das Gemüse in 1 bis 1,5 cm dicke Scheiben. Zu dünne Scheiben verbrennen schnell, zu dicke werden außen dunkel, bevor sie innen weich sind.
Die Blätter musst du nicht wegwerfen. Junge, zarte Blätter schmecken fein geschnitten im Salat oder kurz mitgegrillt in einer Grillschale. Für die klassische Beilage konzentriere ich mich jedoch auf die Knolle, weil sie die Röstaromen am besten aufnimmt.
Zwei Grillmethoden für knackigen oder zarten Kohlrabi
Direkt grillen für mehr Biss
Für eine knackige Beilage lege ich die rohen Scheiben auf den gut vorgeheizten Grill. Bei 200 bis 220 °C brauchen sie ungefähr 8 bis 10 Minuten und werden dabei ein- bis zweimal gewendet. Der Kohlrabi ist fertig, wenn er deutliche Grillstreifen hat und sich mit der Messerspitze einstechen lässt, aber noch Widerstand bietet.
Diese Methode passt gut, wenn gleichzeitig Zucchini, Paprika oder Mais auf dem Rost liegen. Ich bestreiche die Scheiben nur dünn mit Öl, damit sie Farbe bekommen und nicht in der Marinade schwimmen. Bei kleinen Stücken ist eine Grillschale sinnvoll, da sie sonst leicht durch den Rost fallen.
Blanchieren für besonders zarte Scheiben
Wenn der Kohlrabi als Mittelpunkt der Beilage dienen soll, blanchiere ich ihn vorher. Dafür die Scheiben in leicht gesalzenem Wasser 4 bis 5 Minuten vorgaren, abgießen und gründlich trocken tupfen. Anschließend reichen auf dem heißen Grill meist 2 bis 3 Minuten pro Seite.
Das Vorkochen nimmt dem Gemüse die rohe Festigkeit, ohne den Geschmack auszulaugen. Wichtig ist, die Scheiben nicht weich zu kochen. Sobald sie sich problemlos biegen lassen, aber noch stabil bleiben, sind sie bereit für den Rost.
| Methode | Temperatur | Grillzeit | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Roh, direkt gegrillt | 200 bis 220 °C | 8 bis 10 Minuten | Knackig mit kräftigen Röstaromen |
| Blanchiert, direkt gegrillt | 200 bis 220 °C | 4 bis 6 Minuten | Zart und gleichmäßig gegart |
| Roh, indirekt gegart | etwa 180 bis 200 °C | 12 bis 18 Minuten | Sanft gegart, weniger dunkle Kruste |
Eine einfache Marinade, die den Kohlrabi nicht überdeckt
Kohlrabi hat eine milde, leicht süßliche Note. Ich verwende deshalb keine schwere Marinade, sondern eine Mischung aus 2 EL Rapsöl, 1 TL mittelscharfem Senf, 1 EL Zitronensaft, Salz und schwarzem Pfeffer. Etwas Knoblauch oder geräuchertes Paprikapulver passt ebenfalls, sollte aber sparsam dosiert werden.
Die Scheiben zuerst trocken tupfen und dann mit der Marinade bepinseln. Bei rohem Kohlrabi reichen 15 bis 30 Minuten Ziehzeit. Nach dem Blanchieren mariniere ich erst, wenn das Gemüse abgekühlt und trocken ist. Zu viel Flüssigkeit verhindert eine schöne Kruste und kann bei offenem Feuer unangenehm aufflammen.
Drei passende Geschmacksrichtungen
- Kräuterbutter mit Petersilie, Schnittlauch und Zitronenschale passt besonders gut zu einer klassischen deutschen Grillbeilage.
- Senf-Honig-Marinade mit etwas Apfelessig bringt Süße und Säure ins Spiel. Sie passt zu Bratwurst, Grillkäse und kräftigem Bauernbrot.
- Joghurt-Kräuter-Dip mit Dill, Petersilie und Knoblauch sorgt nach dem Grillen für Frische und nimmt der Röstaromatik etwas Schärfe.
Meine liebste Variante ist schlichtes Öl mit Senf und frischen Kräutern. Gerade beim Kohlrabi zeigt sich, dass weniger Würze oft mehr Geschmack lässt. Die Kräuterbutter gebe ich erst nach dem Grillen darauf, damit sie nicht verbrennt.
Der richtige Garpunkt zeigt sich nicht an der Farbe allein
Dunkle Grillstreifen bedeuten nicht automatisch, dass der Kohlrabi fertig ist. Prüfe eine Scheibe an der dicksten Stelle mit einem kleinen Messer. Gleitet es hinein, bleibt aber ein leichter Biss erhalten, stimmt die Konsistenz.
Bei sehr kräftiger Hitze solltest du die Scheiben nach kurzer Zeit in einen kühleren Grillbereich legen. So entsteht außen Farbe, während das Innere in Ruhe weich wird. Wenden alle 2 bis 3 Minuten hilft außerdem, ungleichmäßige Bräunung und verbrannte Marinade zu vermeiden.
Lesen Sie auch: Spargel mit Schinken - So gelingt der Frühlingsklassiker!
Typische Fehler vermeiden
- Zu dick geschnitten führt zu einem harten Kern. Dicke Scheiben besser blanchieren oder indirekt fertig garen.
- Zu wenig Öl macht die Oberfläche trocken. Ein dünner Film genügt, die Scheiben sollten nicht darin schwimmen.
- Nasses Gemüse bräunt schlecht und kann auf dem Grill kleben. Nach dem Waschen immer gründlich abtrocknen.
- Zu frühes Salzen kann Flüssigkeit aus der Oberfläche ziehen. Ich salze kurz vor dem Grillen oder erst beim Servieren.
- Unbeaufsichtigtes Grillen ist bei Honig- oder zuckerhaltigen Marinaden riskant, weil sie schnell dunkel werden.
So wird daraus eine vollständige Grillbeilage
Gegrillter Kohlrabi schmeckt warm am besten, kann aber auch lauwarm serviert werden. Ich kombiniere ihn gern mit Kräuterquark, gerösteten Kartoffeln oder einem knackigen Blattsalat. Dadurch wird aus dem Gemüse eine Beilage, die auch ohne Fleisch satt und interessant wirkt.
Für eine rustikale Runde passen außerdem Bratwurst, Hähnchen oder Grillkäse dazu. Ein kühles Helles oder ein alkoholfreies Bier nimmt die leichte Süße des Kohlrabis gut auf, während ein trockener Riesling die Zitronennote der Marinade betont.
Wenn du mehrere Gemüsesorten gleichzeitig grillst, lege den Kohlrabi zuerst auf den Rost. Er braucht länger als Zucchini oder Paprika, aber weniger Zeit als rohe Kartoffeln. So kannst du das Gemüse gemeinsam servieren, ohne dass eine Sorte zerfällt und die andere noch hart ist.
Mit wenig Aufwand zu einer besseren Grillplatte
Der größte Unterschied entsteht nicht durch eine ausgefallene Würzmischung, sondern durch junge Knollen, die richtige Schnittstärke und kontrollierte Hitze. Für schnellen Biss grillst du die Scheiben roh, für eine besonders zarte Beilage blanchierst du sie kurz vor.
Ich würde beim ersten Versuch mit der Senf-Kräuter-Marinade und 1 cm dicken Scheiben starten. Wenn das Messer nach etwa 8 Minuten leicht durch das Gemüse gleitet und die Oberfläche goldbraun ist, hast du den Punkt getroffen, an dem Kohlrabi vom Grill aromatisch, saftig und trotzdem angenehm bissfest bleibt.